Aktuelles im Technologiepark

Gemeinsam bessere Schülerpraktika anbieten

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Das Herbstpraktikum im Technologiepark Bremen geht 2016 in die sechste Runde. Unternehmen und Institute haben damit die Chance, den Aufwand für Schülerpraktika zu senken und gleichzeitig die Betreuung zu verbessern.

Die Betreuung von Schülerpraktikanten stellt für Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen eine erhebliche Belastung dar: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen viel Zeit investieren, damit die Teilnehmer sinnvoll beschäftigt werden und sich nicht langweilen. Im Technologiepark Bremen haben Firmen und Institute jetzt wieder die Chance, ihre Angebote im Rahmen des naturwissenschaftlich-technischen Herbstpraktikums zu bündeln: Während der Herbstferien erhalten Schülerinnen und Schüler vom 4. bis 14. Oktober 2016 die Gelegenheit, Wissenschaft aus der Nähe kennenzulernen. Durch das Angebot werden die Praktika für die Teilnehmer wesentlich attraktiver, während sie für die anbietenden Einrichtungen weniger Aufwand verursachen als herkömmliche Schülerpraktika. Der Technologiepark Uni Bremen e.V. koordiniert die Bewerbungsphase und organisiert das Rahmenprogramm, sodass den Unternehmen und Instituten viel Arbeit abgenommen wird.

„Doppelt so viele Schüler mit halbem Ressourceneinsatz“

„Das Herbstpraktikum lässt sich für meine Firma auf eine ganz simple Formel bringen: Ein doppelt so gutes Programm für doppelt so viele Schüler mit halbem Ressourceneinsatz“, erklärt Dr. Martin Schürenberg, Projektleiter bei der Bruker Daltonik GmbH. Früher nahm das Unternehmen jedes Jahr im Schnitt zehn Praktikanten auf, die einzeln für jeweils zwei Wochen kamen und entsprechend individuell betreut werden mussten. Jetzt bietet Bruker stattdessen rund 20 Schülerinnen und Schülern das Herbstpraktikum an. Diese verbringen weniger Zeit in der Firma, weil jeden Morgen sowie an zwei kompletten Tagen ein zentrales Programm für alle Herbstpraktikanten im Technologiepark ausgerichtet wird. Darüber hinaus werden die Schüler bei Bruker in drei Gruppen eingeteilt, die jeweils von einem Betreuer begleitet werden. So hat sich der tatsächliche Betreuungsaufwand laut Schürenberg mehr als halbiert, obwohl die Zahl der Praktikanten verdoppelt wurde.
 
„Zudem hat sich die inhaltliche Qualität des Praktikums deutlich verbessert, weil wir im Herbstpraktikum fest vorbereitete inhaltliche Module anbieten, die gut durchdacht sind und von Jahr zu Jahr einfach nur aus der Schublade gezogen werden“, so Schürenberg, der das gemeinsame Schülerpraktikum im Jahr 2011 initiiert hatte. Die ein- bis zweitägigen Module seien von Kollegen in unterschiedlichen Fachbereichen vorbereitet worden: Jede Praktikantengruppe bei Bruker absolviere Stationen in der Fertigung, der Entwicklung, der Konstruktion und der Applikation. Auf diese Weise halte sich der Aufwand für die Modulbetreuer in überschaubarem Rahmen. Schürenberg: „Früher hing die Qualität des Praktikums stark vom Engagement des einzelnen Betreuers ab und vor allem davon, wieviel Arbeitszeit er tatsächlich in seinen Praktikanten investieren konnte.“
 
Sehr engagierte Teilnehmer

Auch Dr. Ertan Göklü und Bianca Hurlemann vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen heben die gute Planbarkeit des Praktikums hervor. So sei es leichter, die optimale Betreuung der Teilnehmer sicherzustellen. Darüber hinaus werde die Organisation der Praktika vom Technologiepark Uni Bremen e.V. sehr gut koordiniert. Zwar biete das ZARM weiterhin auch reguläre Praktika an, aber der Aufwand dafür sei größer, berichtet Hurlemann: „Wir wollen das gerne mehr bündeln.“ Das Institut hat noch einige weitere Initiativen gestartet, um Schülerinnen und Schüler frühzeitig für die Raumfahrt zu begeistern, beispielsweise können Teams mit besonders guten Ideen ihre Schwerelosigkeitsexperimente im Bremer Fallturm umsetzen (Projekt „DroPS“). Manchmal bleibt der Kontakt bestehen: „Es gibt einige, die sich noch im Studium mit Fragen zu wissenschaftlichen Themen melden“, erläutert Göklü.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) setzt sich ebenfalls intensiv für die Nachwuchsgewinnung ein. Dr. Dirk Stiefs, Leiter des DLR_School_Lab, lobt das große Engagement der Schülerinnen und Schüler, die sich freiwillig um ein Praktikum in den Herbstferien bewerben. In diesem Jahr will das DLR sechs Teilnehmer aufnehmen. „Die Praktikanten bekommen zwei Wochen lang ein sehr abwechslungsreiches Programm – und für uns ist es nicht so eine große Belastung“, lobt auch er die Vorzüge der Gemeinschaftsinitiative. „Man kann etwas sehr Exklusives auf die Beine stellen und hat trotzdem weniger Arbeit.“ Gerade im Satellitenbau sei es schwierig, Schüler sinnvoll einzubinden, so Stiefs. Im Rahmen des Herbstpraktikums durften Teilnehmer im vergangenen Jahr aber sogar im Reinraum des Instituts für Raumfahrtsysteme an einem Modell mitarbeiten, das für Testzwecke genutzt wird. „Die Praktikanten waren begeistert“, berichtet Stiefs.

Anmeldung für 2016 noch möglich

Unternehmen und Institute aus dem Technologiepark Bremen, die sich in diesem Jahr am Herbstpraktikum beteiligen möchten, können sich noch bis zum 18.03.2016 bei Katja Schulz vom Technologiepark Uni Bremen e.V. melden. Für Vereinsmitglieder ist die Nutzung des Angebots kostenlos.

Nach Ostern finden Schülerinnen und Schüler die aktuellen Informationen zur Bewerbung auf dieser Internetsiete unter "Stellenangebote/ Praktika" und hier unter "Schülerpraktika".