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Werkstoffdetektive ermitteln in Schule und Universität

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IWT Bremen kooperiert mit Wilhelm-Focke-Oberschule / Mädchen und Jungs entdecken mit Lehrerinnen und Forschenden die Werkstoffwelt

Warum ist eine Zahnbürste aus Kunststoff, auch die massierenden Borsten? Wie viel Kraft braucht man, um die beiden Metallteile einer 1-Euro-Münze auseinander zu brechen? Steckt hinter der springenden und selbstheilenden Zauberknete wirklich Magie oder besteht sie einfach aus ziemlich schlauem Material? Auf die Spur dieser und anderer Fragen rund um die Welt der Werkstoffe haben sich im Januar und Februar sechs Schülerinnen und sechs Schüler der fünften Klassen der Wilhelm-Focke-Oberschule (WFO) in Bremen-Horn gemacht. Als „Werkstoffdetektive“ nahmen sie am gleichnamigen Kooperationsprojekt ihrer Schule mit dem Institut für Werkstofftechnik (IWT) auf dem Bremer Uni-Campus teil.

„Wir möchten Mädchen und Jungen in ihrem Interesse für technische Themen bestärken. Studien zeigen, dass das gerade in der Entwicklungsphase der Grund- und Mittelstufe besonders wichtig ist. Später ist es viel schwerer, noch einen Beitrag zur Vielfalt jugendlicher Interessenslagen zu leisten,“ sagt Professor Lutz Mädler, Initiator des Projekts: „Im IWT und an der Uni haben wir mit unseren Laboren und Experimentiermöglichkeiten die besten Voraussetzungen für ein Projekt wie dieses.“ Mädler leitete selbst zwei der vier Unterrichtseinheiten. Das Institut habe sich dabei ganz bewusst entschieden, sich für die Kooperation an eine Oberschule in Uninähe zu wenden. „In einer Oberschule haben wir es mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Bildungshintergründen zu tun und können gezielt solche Kinder fördern, bei denen Abitur und Studium nicht von vornherein vorprogrammiert sind,“ sagt Claudia Sobich, Mitarbeiterin von Mädler und Ideengeberin des Projekts: „Die Wilhelm-Focke-Oberschule liegt quasi in direkter Nachbarschaft und war sofort Feuer und Flamme für unseren Kooperationsvorschlag.“

Insgesamt gestalteten IWT-Mitarbeitende und Lehrkräfte drei doppelstündige Unterrichtseinheiten vor Ort in der WFO sowie einen dreistündigen Forschungsaufenthalt der Kinder im IWT an der Universität. In der ersten Stunde brachten die Kinder Gegenstände mit in den Unterricht, die sie aufgrund ihres Materials spannend fanden. Neben Zahnbürste, Münze und Knete wurde auch über Saugnapf, Holznagel, Schneekugel und Spülschwamm und die Materialien, aus denen all diese Gegenstände bestehen, diskutiert. Im Fokus stand dabei das „forschende Lernen“, wie es im Fachbereich Produktionstechnik der Universität Bremen, in dem auch Mädler lehrt, gang und gäbe ist. „Wir haben da aber auch noch einmal sehr viel in Sachen Didaktik von den Lehrerinnen gelernt. Fünftklässler wünschen sich einen anderen Unterricht als Studierende“, sagt Mädler. Ein besonderer Erfolg: Die Strategie, Mädchen und Jungen in den aktiven Experimentiereinheiten zu trennen, habe Früchte getragen. „In der ersten Stunde waren die Mädchen noch sehr zurückhaltend bei ihrer Beteiligung am Unterricht“, sagt Imke Eilers, eine der beteiligten Lehrerinnen: „Als sie dann unter sich waren beim Experimentieren, sind sie richtig aufgeblüht und waren genauso aktiv wie die Jungs.“

Derzeit beantragen Mädler und sein Team öffentliche Fördergelder, um das erfolgreiche Kooperationsprojekt weiterführen zu können. „Kinder schon früh für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, ist ein erklärtes Ziel der Öffentlichkeitsarbeit unseres Instituts“, sagt Isabell Harder, Leiterin der Wissenschaftskommunikation des IWT.

Weitere Informationen:
Stiftung Institut für Werkstofftechnik Bremen / Universität Bremen
Isabell Harder M. A.
Öffentlichkeitsarbeit, MINT-Förderung
Tel.: 0421 218-51188
E-Mail: harder@iwt-bremen.de